Viele Projektmanager geben Schätzungen über die Fristen und das Projektende mit hoher Unsicherheit ab, obwohl sie die Earned Value Analyse angewendet haben. Dies liegt daran, dass die SPI- und SV-Indikatoren keine zuverlässigen Metriken sind. In diesem Fall, Die Earned Value Analyse bietet einen hilfreichen Ansatz für die Terminplan-Überwachung.

Der Earned Schedule ist ein neues Konzept, das 2003 von Walt Lipke entwickelt wurde. Der Earned Schedule (ES) ist nun ein Anhang im PMI Practice Standard für Earned Value Management und gilt als Erweiterung der EVM-Praxis. Obwohl das Wissen und die Verwendung von ES im letzten Jahrzehnt immens gewachsen und weltweit verbreitet ist, bleibt die Methode vielen EVM-Anwendern unbekannt.

Die Earned-Schedule-Berechnung

Der Earned Schedule: ES (Erarbeiteter Zeitwert)

Das Konzept des Earned Schedule ist analog zum Earned Value. Anstatt jedoch die Kosten ($/€) zur Messung der Termintreue zu verwenden, wird Zeit verwendet. Anstatt die Termintreue nur basierend auf dem $/€-Wert der geleisteten Arbeit im Vergleich zum Zeitplan zu betrachten, betrachtet der Earned Schdeule Wann die Arbeiten hätten abgeschlossen sein. Diese Earned Schedule Methode ermöglicht es uns, zeitbasierte Indikatoren zu berechnen.

Aber fangen wir an:

Um den Earned Schedule zu messen, müssen wir wissen, „wann“ die Arbeit erledigt werden sollte. Mit anderen Worten, zu welchem Zeitpunkt hätte der aktuelle Earned Value (EV) erreicht worden sein? Dies kann in der Vergangenheit oder Zukunft liegen, abhängig vom Verhältnis vom EV zu PV !

Dies wird durch Ziehen einer horizontalen Linie vom aktuellen kumulierten EV zur PV-Kurve bestimmt. Der Schnittpunkt dieser Linie mit der PV-Kurve wird im Anschluss auf die Zeitachse projiziert. Der Abstand von diesem Zeitpunkt bis zum Beginn der PV-Kurve entspricht dann dem Earned Schedule. Bitte sehen Sie den ES-Wert in der folgenden Grafik.

Der Earned Schedule zeigt die geplante Dauer der bisher geleisteten Arbeit (Earned Value) zum aktuellen Zeitpunkt AT (Actual Time). Als Einheit für die ES verwenden wir in unseren Lösungen „Tage“. In der unten stehenden Grafik ist der ES
95 Tage.

Die Actual Time (aktuelle Dauer): AT

Der andere neue Parameter ist die aktuelle Dauer (AT), die die Anzahl der Tage entspricht, die seit dem Start des Projekts ausgeführt wurden. In unserem Beispiel beträgt die Gesamtzahl der ausgeführten Tage ab Projektbeginn 125 Tage. Daher ist die aktuelle Dauer (AT) 125 Tage .

Die geplante Dauer: PD (Planned Duration)

Die geplante Dauer (PD), die „ursprüngliche Dauer des Projekts“. Die PD im Beispiel beträgt 8 Monate. Jetzt haben wir 3 Schlüsselelemente, um den Zeitplanstatus in Zeiteinheiten zu bewerten:

  • Earned Schedule – Erarbeiteter Zeitwert (ES)
  • Actual Time – Aktuelle Dauer (AT)
  • Planned Duration – Geplante Dauer (PD)

Wichtige ES-KPIs

Ähnlich wie bei den traditionellen EVA-Metriken können neue für den SOLL-PLAN Angleich der Planung generiert werden.

  • SV(t) = ES – AT
  • SPI(t) = ES/AT

Um zwischen den traditionellen EVM-Metriken und den Earned Schedule-Metriken zu unterscheiden, wird ein „t“ für die Zeit in den Earned Schedule-Metriken hinzugefügt.

Die wichtige Beobachtung ist, dass SPI(t) & SV(t) auch nach Projektabschluss gute Indikatoren für den Projektstatus blieben, während SPI(€) & SV(€) unabhängig vom verspäteten Abschluss des Projekts bei 1,0 enden.
Der ES-Ansatz hat daher einen „Gedächtnis“-Effekt, der bei der Projektberichterstattung und anschließenden Retrospektiven sehr hilfreich ist.

Zusätzlich zur Leistungsmetrik des Zeitplans können, ähnlich wie bei den Kostenprognosemetriken, auch Zeitplanprognosemetriken verwendet werden, um das Fertigstellungsdatum des Zeitplans (Geschätzte Zeit bei Fertigstellung (EAC(t)) und Abweichung bei Fertigstellung (VAC(t)) vorherzusagen.